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Markt Eschlkam
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Eschlkam – ein Blick in alte Protokolle

Obwohl wir in einer den neuesten technischen Errungenschaften sehr ergebenen  Welt leben – gerade ist die vernetzte Digitalisierung aktuell, ein Thema das im beruflichen Alltag mittlerweile alle angeht – erwächst von selbst - offenbar als ein Gegenpart dazu - in uns Menschen immer mehr das Interesse an der Geschichte unseres Volkes, unserer Heimat. Nicht nur die großen, geschichtliche Abläufe prägenden Ereignisse stehen im Vordergrund, täglich dargeboten in einzelnen Kulturprogrammen des TV, sondern in erster Linie auch die regionale Geschichte: dort wo man seine familiären Wurzeln hat, wo man arbeitet und lebt.

Deshalb möge diese kommende Artikelreihe – ergänzend zu den bisherigen chronikalen Publikationen – beitragen, den Bewohnern im Hohenbogen-Winkel Einblick darin geben, was sich vor langer Zeit, an die die Erinnerung nicht mehr reicht,  im Gemeindebereich von Eschlkam vor mehr als 100 Jahren abspielte, welche Probleme des Alltags zu bewältigen waren. Wohn- und Lebensverhältnisse sind ebenso interessant wie nicht alltägliche Vorkommnisse.  

  • Übergabe der Penzkofer-Mühle 1747

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    Das Archiv des Marktes Eschlkam darf sich eines reichen Fundus an Urkunden, Akten und auch Protokollen aus früher Zeit erfreuen. Daraus sollen in dieser und den folgenden Abhandlungen verschiedentliche Inhalte dem Leser angeboten werden, die in der 2010 vom Verfasser erstellten Geschichte des Marktes allein aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden konnten.

    Zunächst einige einleitende Ausführungen zum Markt Eschlkam selbst: Eine zentrale und gehobene Stellung im Markt hatte neben dem Bürgermeister der jeweilige Marktschreiber, der meist eine für die Zeit herkömmliche, ja teils juristische Ausbildung genossen hatte. Mit ihm, der sämtliche Ratssitzungen protokollierte, fungierte die Führung des Marktes auch als Urkundebehörde und erledigte so die Aufgaben der heutigen Notariate. Sämtliche Kaufverträge und Übergaben der Häuser und Grundstücke, Heiratsverträge und Testamente, Bürgschaften und Leihverträge wurden vom Marktschreiber abgefasst, niedergeschrieben und gesiegelt. Mit dem Siegel des Marktes erlangten sie die amtliche Gültigkeit. Überliefert sind uns diese vielen zivilrechtlichen Verfügungen in den sog. Briefprotokollen. Von Eschlkam sind sie uns ab dem Jahr 1719 mit Unterbrechungen bis 1807 erhalten.

    Vorgestellt werden zunächst in Briefprotokollen des 18. Jahrhunderts niedergeschriebene Übergaben einzelner für den Markt bedeutender Gebäude. Wir beginnen zunächst mit einer Mühle.

    Zu den ältesten Gewerben, ausgeübt seit jeher im Marktbereich, zählt das Handwerk der Getreidemüller. Sie haben in der sozialen Struktur des Marktes einen festen Platz und einen bedeutenden Stellenwert.

    Als erster Fall sei die Übergabe der sog. Penzenmühle behandelt. Dazu einige Nennungen von Namen dieser Einrichtung in den letzten Jahrhunderten. So heißt sie im Jahr 1659 auf der „Palbersdorfermil“; 1686 „Druckhen- oder anietzo Lährnbecher Mihl“; 1688 „Truckhenmüll...DruckhenMihl“; 1694 „Pentzkhoverische Mill“; 1695 „Hannsen Pentzkhover Millern uf der Truckhenmill“; 1739 „auf der Penzkhofermihl“; 1747 „Penzenmill“; 1780 „Andrae Penzkofer Mühler auf der Truckenmihl“; 1840 „Pratzmühle, Penzenmühle“.

    Das Bestimmungswort des Erstbelegs gehört zum Familiennamen „Balbersdorfer“; dieser zum Ort Balbersdorf  bei Waffenbrunn. Die Bezeichnung „Truckenmühle“ (mundartlich „drucka“-trocken steht im Gegensatz zum Namen „Naßmühle“ – der unweit gelegenen Bäckermühle). Lernbecher ist der Name einer damaligen Bürgerfamilie in Eschlkam. Nicht behaupten konnte sich der Name „Pratzmühle“ (zu mundartlich „brods“ für Frosch). Seit 1694 erscheint der Familienname Penzkofer als Bestandteil des Mühlennamens wobei „Penz/Benz“ dazu eine Kurzform darstellt.

    Nun einzelne Inhalte aus der Übergabe der Mühle am 11. September 1747:

    Um den Steuerwert der Mühle und damit auch die sog. Notariatskosten berechnen zu können wurde sie damals mit allem Zubehör und den dazu gehörenden Gründen auf 1745 Gulden geschätzt. Im Vergleich zu anderen Anwesensübergaben eine hohe Summe; kostete doch nur Jahrzehnte später ein Kalb ca. 6-7 Gulden, ein Scheffel (222 Liter) Weizen etwa 20 bis 24 Gulden. So hatte „Maria Lährnbecherin, burgerliche Wittib (Witwe) und Müllerin auf der sog. Truckhmüll des alhiesigen Churfürstlichen Pannmarkhts Eschlcamb so aber Alter- und Leibszerbrechligkeit halber…nit selbst erscheinen können“. (Unter dem Begriff „Bannmarkt“ ist ein Markt mit eigenem Magistrat und eigener Jurisdiktion innerhalb des Burgfriedens zu verstehen, wobei der Burgfrieden hier den fest umgrenzten Gemeindebereich bedeutet).

    Vertreten wurde sie, ausgerüstet mit aller Vollmacht, von dem „Beyständter“ Caspar Penzkhofer. So übergibt sie ihre am 19. Oktober 1734 „ihr allein haimbgefallene (wohl durch den Tod des Mannes) sogenandte Trukhmühl mit den 3 Mahlgängen samt dem sehr zusambgefallenen Haus, Stadl, Stallung, Wurzgärtl item der halben Altwisen aufn untern Pernfurhrt, die Wiese vom Hausstadel bis an die Straß zwischen dem Alt- und Müllbach entlegen; dann  das Feld neben dem Staudtenweyer und dem Wisl daneben, item das sog. Peimblfeld nebst dem Spättschen Gärtl“. Zur Übergabe gehörten auch die „Haus- und Paumannsfahrnis“ (letztere sind sämtliche Geräte für den Betrieb der Landwirtschaft), das sämtlich vorhandene Vieh und das Mihlwerchzeig“ (Gerätschaften für den Müller) ihrem geliebten Tochtermann (Schwiegersohn) Wolfgang Schmaus des Rats und derzeit Ambts Burgermaister und seiner Ehefrau Catharina, ihrer Tochter“.

    Eigens wurde auch „die Ausnamb hierauf protokolliert“. Demnach erhielt die übergebende Mutter Maria Lährenbecherin  „ad dies vite“ (zeitlebens) die Herberg auf der Stuben“, (im Stall) „ein Pläzl für eine Khue und dem erforderlichen Ohrt zur Huetterey“ (Wiesengrund als Weide für die Kuh). Sollten sich die Parteien miteinander nicht vertragen können, so wäre der Schmaus „obligirt (verpflichtet) der Ausnemberin, dann (für die) Stallung und (den) Huetterplaz jährlich 4 Gulden Zins an dessen statt zu veraichen“; außerdem erhielt sie noch 4 Klafter (12 Ster) Holz für die Heizung ihres Ofens im Stübl. Zuletzt wird darauf verwiesen, dass die „Schmaus’schen Eheleutth“ verpflichtet sind, ihrer Mutter „alles das jenige zu verraichen“, was punktuell in dem Übergabebrief vom 19. Oktober 1734 bereits vereinbart wurde. Diese notarielle Niederschrift ist nicht vorhanden.

    Im Vergleich zu den heutigen Lebensverhältnissen erscheint die „Ausnamb“ der Maria Lährnbecher zunächst eher ärmlich. Sie darf aber wegen der durch die infolge vorangegangenen Kriege bedingten schweren Zeiten noch als gut vertretbar gelten. Auch sollten angesichts des baulich ruinösen Zustands der Mühle die Nachfolger wohl wirtschaftlich nicht zu sehr belastet werden. (Quellen und Literatur beim Verfasser vorbehalten)

    Werner Perlinger

  • Großaign und Eschlkam im Streit um den Bau eines „Krankenhauses“

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    Auch früher hatten die Gemeinden soziale Aufgaben zu erfüllen / Christliche Nächstenliebe auf dem Prüfstand !

    „Gemeinde zu Großaigen gegen die von Kötzting wegen Aufrichtung eines Krankenhauses etc. de Annis 1688 – 1690 etc.“, so lautet der Titel eines Aktes. Was war geschehen, dass sich die Dorfgemeinde Großaign am 3. Dezember des Jahres 1688 ganz „underthenig, flechentlichsten bithen“ (mit flehentlichsten Bitten) ausdrücklich an ihren Landesherrn, den Kurfürsten Max Emanuel in München wandte. Dazu folgende Vorinformation: Der Dreißigjährige Krieg war gerade mal 40 Jahre vorbei. Dagegen war eine kriegerisch virulente Bedrohung des christlichen Europa durch die Türken Jahrzehnte nach dem Dreißigjährigen Krieg in hohem Maße gegeben. Im großen Türkenkrieg, der von 1683-1699 dauerte, wehrte Österreich und mit ihm das Abendland, teilweise mit reichs-, päpstlicher und polnischer Hilfe die Angriffe ab und ging selbst zum Angriff über. Gerade unser Land Bayern war in diese Kriege immer wieder stark eingebunden. Es war deshalb kein Wunder, dass auch der Hohenbogen-Winkel, durch dessen Territorium alte Fernwege verliefen, unmittelbar an der Grenze zu Böhmen davon indirekt betroffen war.

    So waren bereits 1687, im Jahr vor dem Sturm auf Belgrad, kranke Soldaten aus Ungarn beim Heimmarsch aus den Kriegsgebieten in das Dorf Großaign gebracht worden. Sie wurden zunächst in das gemeindeeigene Hüthaus gelegt, und der Dorfhirte musste sich vorerst eine andere Herberge suchen. Mittlerweile waren im Hüthaus fünf Soldaten verstorben

    Ob dieser Vorgänge entstand Unruhe, die Bauern gerieten in große Sorge und lehnten den weiteren Verbleib kranker Soldaten in ihrem Dorfbereich kategorisch ab. So lasse sich das Hüthaus zu einem „Khrankhenhauss nit machen“, so die Begründung der Großaigener Bewohner. Mit dem deutlichen Hinweis, dass dagegen das Hüthaus des Marktes „Öschlcamb bei der Prukh“ für ein Krankenhaus einst gehalten worden sei, bittet am 3. Dezember 1688 die ganze „Dorfsgemain zum Grossaigen“, die kurfürstliche Durchlaucht möge dem Pfleggericht Kötzting befehlen, die kranken Soldaten nicht mehr zuzuführen, gleichwohl sollten für diese beim Markt „Öschlcamb (ein) Underhalt (eine Unterkunft) geschaffen werden“.

    Sofort erging am 7. Dezember von der Regierung Straubing an das Pfleggericht Kötzting der Befehl, dass, sollten wieder neue kranke Soldaten „ankhommen“, dafür das „Khranckhenhaus zu Eschlcamb bey der pruckhen aufgericht werden solle“, um sie dort einzulegen. Damit war es aber nicht getan: Die Eschlkamer widersprachen vehement, dass es im Marktbereich je ein Krankenhaus gegeben habe. „So würde doch dies ihrer...Peurischen einbiltung (der Großaigener Bauern)  nach  dahin nit zu applizieren (möglich) sein, die aus Ungarn ankommenden und mit gefährlichen Krankheiten behafften Soldaten aufzunehmen“. Der Markt wehrte sich entschlossen gegen den Vorschlag der Großaigner, ein eigenes, wenn auch sehr bescheidenes „Krankenhaus“ zu bauen.  

    In dem von der Regierung zu diesem Thema eingeforderten Bericht vom 28. März 1689 erwähnt der Pfleger von Kötzting, Johann Jakob Poyssl zu Loifling nach Anfrage bei der Dorfgemeinde Großaign, ob „bey der Pruckhen vor dem Markht Eschlcamb“ einst ein Krankenhaus des Marktes gestanden sei, die Dorfgemeinde gebe einhellig vor, mittels alter Bürger von Eschlkam selbst zu beweisen, dass früher dort ein Krankernhaus gestanden und vom Markte erbaut und unterhalten worden sei. Deshalb erwarte er dazu die weitere Entscheidung der Regierung, was zu tun sei.

    Grundsätzliche Frage war nämlich, ob das Krankenhaus bei der Brücke allein nur für die Bürger des Marktes, oder auch beispielsweise für die aus Ungarn, oder „anderen Ländern mit ankhlebigen (ansteckenden, gefährlichen) Khrankheiten behafft gewesene...fremde Persohnen angesehen, und erpauth gewesen seye“ Alle befragten Bürger sagten aus, es sei bei der Brücke (wohl an der Seite auf Eschlkam zu) einst ein kleines Heusl, gestanden, zerstört aber im Schwedenkrieg. Zwei alte Leute hätten dort gewohnt.  Niemals aber seien damals Bürger noch kranke Soldaten in diesem Haus untergebracht gewesen. Auch habe eine Nachschau in den Marktrechnungen aus dieser Zeit dafür keinen einzigen  Hinweis erbracht. Daraufhin forderte am 2. Juni die Regierung vom Pfleger in Kötzting und von den Großaignern in dieser Sache einen weiteren Bericht.

    Die Angelegenheit zog sich hin. Erst am 11. August 1690 berichtet Pfleger Poyssl, dass er die „aydliche“ Erfahrung eingeholt habe.  Voraussetzung für die Auswahl der zu befragenden Personen war, dass diese einen „ehrlichen Leimueth“ (guten Leumund) hatten.
     
    Die „aidliche erfahrung“

    Als erste Persohnn wurde Georg Spätt, Burger und Gastgeb zu Eschlcamb, über 80 Jahre alt, vernommen. Demnach sei vor 60 Jahren innerhalb der „Pruckhen zu Eschlcamb ein Armes Haus“ (Armenhaus) gestanden und eine Arme, das „Stelzenweib“ genannt, habe dort gelebt. Damals habe es weder kranke Soldaten noch andere kranke Leute gegeben. Daher wisse er nicht, ob es für die Kranken erbaut worden sei. Auch wisse er nicht, welches Haus im Schwedenkrieg abgebrannt und seither nicht mehr aufgebaut worden sei. Die inhaltlich gleiche Aussage machten der 75 Jahre alte Bürger und Schreiner Wolf Zilckher und der Schuhmacher Hans Preu, 83 Jahre alt.  

    Wolf Pongraz von Stachesried, 70 Jahre alt, bestätigte, dass innerhalb der Brücke bei Eschlkam ein „Heusl“, genannt das „Pruckh Heusl“, gestanden sei. Darin hätten damals ein armes Weib und der „Todtengraber“ gewohnt. Der (schwedische) Feind habe es niedergebrannt. Den früheren Zweck des Hauses kenne er nicht.

    Als fünfte Persohn sagte Wolf Pongratz aus, 72 Jahre alt. Er erinnerte sich an das kleine Häusl innerhalb der Brücke. Darin hätten die Armen und „Petlleith“ gewohnt, „die man hin.: und wider gefihrt, hinein gelegt“. Damals war es wie andernorts auch üblich, wandernde Bettelleute, denen ein längerer Aufenthalt in der Gemeinde nicht erlaubt wurde, im sog. Armenhaus für kurze Zeit, oft nur einen Tag, unterzubringen. Aber eine Nutzung für kranke Personen wisse er nicht. Der über 70 Jahre alte Paulus Prändl von Großaign erinnerte sich an das ehemalige Stelzenweib und auch an die sogenannten „Pruckhmädl als arme . 2 . Weiber (die sich dort) aufgehalten, auch an die Petlleith, wanns von ainem Orth zum andern geführt worden, seien diese in dieses Haus gebracht worden, was auch die meisten Bettler wünschten, da sie dort von dem Pruckkmedl oder (der) Margarethin, welches gar ein fleissiges Weib gewest, gefihrt werden khönnen“. Ob aber diese Einrichtung damals als ein Krankenhaus genutzt worden sei, wisse er nicht, sondern nur die Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg.

    Mit diesen Ausführungen schließt unvermittelt die Akte. Wahrscheinlich verzichtete die Regierung darauf, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen. Offenbar endete bald auch die Belastung der Dorfgemeinde Großaign mit durchziehenden, kranken Soldaten aus dem Türkenkrieg.

    Resümee

    An die 320 Jahre sind diese Vorkommnisse her. Zwei Parteien haben wir vor uns: Einmal die Bauernschaft von Großaign, dann die Bürger des Marktes Eschlkam. Früher war es üblich, dass die einzelnen Gemeinden aus dem christlichen Gebot der Nächstenliebe heraus den Ortsarmen, auch kranken Personen ohne Ansehen der Person eine Wohnung und auch eine soweit wie mögliche Verpflegung wenigstens für eine kurze Zeit zu gewähren hatten. Die Ortsarmen, die damals keine Gemeinde gerne haben wollte, mussten aus der Kommunalkasse unterhalten werden. Verstarb dann ein Bettler oder eine der Gemeinde zugewiesene völlig mittellose Person, so hatte die Gemeinde letztlich auch für eine Grabstelle und ein einfaches christliches Begräbnis zu sorgen.

    Werner Perlinger

  • Als Anna Schneider in Eschlkam den Hebammendienst antrat

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    Hebammen verrichteten sehr früh schon im Hohenbogen-Winkel ihren nicht leichten Dienst. Er war sehr verantwortungsvoll, da damals Frauen häufig im „Kindsbett“ verstarben. Ignatz Semmelweis, ein ungarisch-österreichischer Arzt, der den Umstand, dass Bakterien, ausgelöst durch ungereinigte medizinische Geräte, für die nahezu immer tödliche Erkrankung der Frauen verantwortlich waren, hatte gerade erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts diese Ursachen klar erkannt und auch in Fachkreisen veröffentlicht. Seine Erkenntnisse wurden lange Zeit nicht akzeptiert. Umso wichtiger waren in dieser Zeit für die Kleinstädte, Märkte und das Land gut ausgebildete Hebammen, die es verstanden, hygienisch sauber zu arbeiteten und den gebärenden Frauen in ihrer schweren Stunde Hilfe leisten konnten. Dazu vorerst noch ein Blick zurück.

    Das frühe Hebammenwesen – weise Frauen helfen

    Das Hebammenwesen ist alt. Sog. „weise Frauen“, die sich auf vielerlei Heilverfahren und medizinische Mittel dazu verstanden und vor allem eine entscheidende Hilfe bei Geburten geben konnten, gab es zu allen Zeiten. Sprachgeschichtlich alt ist daher auch der Begriff „Hebamme“. Ihm liegt die altgermanische Wortverbindung „heba amma“ zugrunde. Er entwickelte sich etwa seit dem 9. Jahrhundert aus dem althochdeutschen Wort „Hefihamma, Heuima, Heuammen“ für die Geburtshelferin. Das Wort wurde volksethymologisch an das geläufige Wort „Amme“ für die Nährmutter angelehnt, das seinerseits ursprünglich ein Lallwort der Kindersprache ist.
    Die Geschichte der Geburtshilfe reicht weit zurück in die frühe Menschheitsgeschichte. Dem Ursprung nach ist Geburtshilfe eine solidarische Hilfe, die sich Frauen gegenseitig leisten. Bereits im Alten Testament wird unterschieden zwischen Hebammen, die für die eigentlichen Geburten verantwortlich waren und Ärzten, die die Komplikationen nach der Geburt behandelten. Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts gab es wohl den größten Wandel in der Geschichte der Geburtshilfe. Die Ursache dafür war die Verlagerung des Geburtsgeschehens in die Klinik und die Etablierung einer eigenständigen Geburtsmedizin.

    Beginnen die archivalischen Nachrichten über ein geordnetes Hebammenwesen im Markt Eschlkam erst vor der Mitte des 19. Jahrhundert, so scheint es die Einrichtung von Hebammen im Gemeindebereich schon weit früher gegeben zu haben.

    Wir schreiben das Jahr 1841: Am 18. September berichtet ein Protokoll, dass die bisher im Markt tätige Hebamme Theres Pach – verwandt mit dem Kunstmaler Alois Bach – unlängst gestorben ist. Demnach wurden sämtliche Gemeindevorsteher des sog. Hebammen-Distrikts Eschlkam vorgeladen um über eine Wiederbesetzung des nun vakanten Distrikts zu beraten. Eine Lösung schien sich in der Person der Hebamme Katharina Überreiter abzuzeichnen. Diese stammte aus Neukirchen b. Hl. Blut, wo ihre sehr betagte Mutter ebenfalls noch als Hebamme tätig war. Das Landgericht Kötzting, eingeschaltet in die ganze Angelegenheit, hatte gegen die Aufnahme der Überreiter als Hebamme in Eschlkam keine „Erinnerung“ (Einwand), verwies jedoch auf die Tatsache, dass beim Tode der Mutter dem Markt Neukirchen ein Einberufungsrecht gegenüber der Überreiter zustehe. Letztlich ordnete die Behörde an, dass die Katharina Überreiter zur Verpflichtung in Eschlkam am 23. Oktober 1841 in Kötzting zu erscheinen habe.

    Am 28. Juni 1842 berichtet der Magistrat Eschlkam, dass die Katharina Überreiter bereits am 18. September 1841 als Hebamme des „allhiesigen Distrikts“ aufgenommen worden sei, der Gemeinde Neukirchen wohl das „Einberufungsrecht zustehe“, diesem aber die neue Hebamme, würde ihre Mutter sterben, „förmlich des Distrikts entsagte.“ Vielmehr sollte den Neukirchner Bereich künftig ihre Schwester Anna Überreiter, auch eine ausgebildete Hebamme, übernehmen. 

    Einige Jahre später waren die Bewohner des Distrikts Eschlkam mit der Arbeit der Hebamme nicht mehr zufrieden und man suchte nach einer neuen Lösung, um die Überreiter los zu werden. Festgestellt wurde am 14. Juli 1845, dass sie in Eschlkam nur provisorisch aufgenommen worden sei, auch nütze sie wenig und die Bevölkerung hätte kein Vertrauen in sie. Vor allem wurde moniert, dass die „jetzige Hebamme Katharina Überreiter eine unzüchtige mit 3 unehelichen Kindern versehene Weibsperson ist“. Besser wäre es, sie täte ihren Dienst in ihrem Herkunftsort Neukirchen, da diese Gemeinde „ihrer Annahme nichts im Wege legt“. Dahinter steht selbstverständlich auch die Überlegung der Nachbargemeinde, dass sie deren Ausbildung finanziert habe, diese nun aber für Eschlkam zum Tragen komme.

    Zugleich war für den Hebammen-Distrikt Eschlkam eine neue Situation entstanden. Der Magistrat wollte auf Dauer eine aus dem Marktbereich stammende Hebamme, und so bot sich nun eine Lösung in der Person von Anna Schneider an. Am gleichen Tag, den 14. Juli 1845 meldet der Magistrat an das Landgericht Kötzting: „Anna Schneider junge und ehrbare Burgers Tochter hat sich um den Hebammendistrikt Eschlkam als eintretende Hebamme bey der Magistratur Eschlkam angemeldet, indem die jetzige Hebamme Katharina Überreiter nur provisorisch aufgenommen und für die Marktgemeinde Neukirchen als eintretende Hebamme bestellt ist, worüber keine Widerrede nicht vorliegt. Der Anna Schneider ihre löblichen Zeugnisse, bestehend aus 6 Produkten, werden in Urschrift gehorsamst vorgelegt und selbe Bestands empfohlen.“

    Offenbar genügte die Ausbildung der höheren Behörde noch nicht, denn am 23. Juli 1845 wird berichtet, dass die neue Hebamme Schneider „in die Lehre nach München geschickt wird.“ Für die „Erlernung dieser Kunst…schoß der Hebammen Distrikt Eschlkam 100 Gulden vor“. Diese mussten „gefälligst (sofort) an den Vorstand der Hebammen Schule in München“ überwiesen werden. Am 9. August musste „die Hebammskandidatin Anna Schneider, Bürgerstochter aus Eschlkam“, sich dem Landrichter in Kötzting vorstellen. Noch am 10. Januar 1846 musste der Markt 20 Gulden an die Schule in München nachzahlen. Ein weiteres Schulgeld in Höhe von 36 Gulden wurde als „Sustentations-Beitrag“ (Unterstützung) je nach wirtschaftlicher Lage als „Repartition“ (anteilsmäig) auf die Gemeinden Eschlkam, Schwarzenberg, Großaign, Stachesried, Warzenried und Kleinaign umgelegt. Grundlage dafür war das jeweilige Steueraufkommen, wobei Großaign mit einem Steueraufkommen von 688 Gulden (fl) mit 8 fl den höchsten Betrag lieferte, dahinter Schwarzenberg (637 fl zu 7 fl), Eschlkam (475 fl zu 5 fl) und Stachesried (420 fl zu 5 fl) und letztlich Warzenried (404 fl zu 4 fl) und Kleinaign (363 fl zu 4 fl).

    Werner Perlinger       

  • Als sich der Räuber Michael Heigl im Hohenbogen-Winkel herumtrieb

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    Viele Bewohner des Hohenbogen-Winkels kennen so manche Begebenheit aus dem Leben des Räubers Michael Heigl vom Kaitersberg, denn oftmalen ist über ihn schon geschrieben worden. Geboren im Jahr 1816 in Beckendorf bei Kötzting, war der Sohn eines Tagelöhners zunächst Hütejunge bei einem Bauern und begann dann eine Ausbildung zum Schlosser in Furth bei dem Schlossermeister Peter Aunzinger, der 1830 aus Kötzting in die Grenzstadt zugezogen war. Als er im Further Pfarrhof das Schloss einer Truhe reparieren sollte, fand er darin einen stattlichen Beutel voll Geld, ließ seinen Meister in Stich und flüchtete damit aus der Stadt. Wegen dieser Tat und anderer Umtriebe stand Heigl seit 1841 unter Polizeiaufsicht. Nachdem er in Kötzting als fahrender Händler ohne Gewerbeschein verhaftet wurde, floh er 1843 aus einem Straubinger Gerichtssaal in den Bayerischen Wald. In den Folgejahren beging der Einzelgänger seine Raubzüge hauptsächlich in der Kötztinger und Viechtacher Gegend wie auch im Hohenbogen-Winkel und er kam bei seinen Streifzügen sogar bis in die Gegend von Landshut. Mehrere Jahre verbrachte Heigl auch im damaligen Ungarn (heute die Slowakei).

    Als häufiger Aufenthaltsort und Versteck diente ihm die sogenannte Räuber-Heigl-Höhle auf dem Kaitersberg unterhalb des Kreuzfelsen. Da Heigl bei seinen Streifzügen vor allem reiche Bauern und auch Pfarrhöfe heimsuchte, erfreute er sich bei den ärmeren Volksschichten großer Sympathie und breiter Unterstützung. Doch durch den Verrat eines früheren Kumpanen entdeckte man sein Höhlenversteck. Am 18. Juni 1853 wurde er dort gefasst und 1854 in Straubing zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Nach einem Gnadengesuch wandelte König Max II. die Todesstrafe in eine lebenslange Kettenstrafe um. Wegen guter Führung wurde er nach einem Jahr vom Zuchthaus in Straubing nach München ins Gefängnis in der Au verlegt. Aufgrund seines vorbildlichen Verhaltens erhielt er 1856 dort eine Aufpasser-Stelle übertragen. Durch Kooperation mit dem Gefängnispersonal war er bei mehreren Mitgefangenen unbeliebt geworden. Deshalb erschlug ihn am 5. Januar 1857 ein Mithäftling mit der Kugel einer Fußkette, die diesem ein Zellengenosse überlassen hatte. Der Mörder und sein Mittäter wurden zum Tod verurteilt und im April 1857 in München mit dem Schafott hingerichtet. Heigl‘s Skelett bewahrte die Anatomie in München auf, wo es 1944 ein Bombenangriff zerstörte und so verloren ging. Soviel zur Person Heigls.

    Tatsächlich beinhaltet auch das Marktarchiv Eschlkam Unterlagen, die sich mit der Person Heigl’s befassen. So wandte sich das Landgericht Kötzting am 19. November 1852 an die Marktbehörde in Sachen „Die flüchtigen Verbrecher Michael Heigl und Michael Reimer betreffend“. Eingehend auf das jüngst erst vorgekommene „Raubverbrechen zu Eckelshof und das so schauderhafte Verbrechen des Raubmordes zu Hinterhudlach (gelegen am Kaitersberg), seien dies ebenso traurige als lautsprechende Beweise von dem tieferschütterten Zustande der öffentlichen Sicherheit“, so der Landrichter Carl von Paur in Kötzting. „Wenn auch der Raubmörder der Bäuerin von Hinterhudlach bereits in den Händen der Justiz ist“, so seien auf freien Fuße noch „die Räuber Michael Heigl von Beckendorf und Michael Reimer von Ansdorf“, teilte die Behörde in dem Markt Eschlkam mit. „So lange diese beiden Verbrecher nicht aufgegriffen sind, ist es unerlässlich nothwendig, daß die bekannte Verordnung über die Nachtwachen, über die Dorfwachen an Sonn- und Feiertagen während des Gottesdienstes und über die Bewachung der Einöden durch Zuhausebleiben >wehrhafter Mannspersonen< erneuert und in strengen Vollzug gesetzt werde“. Beauftragt wurde der Bürgermeister von Eschlkam, diese Verordnung sofort bekannt zu machen. Geldstrafen wurden angedroht, sollte man nicht Folge leisten, und auch eine Belohnung wurde ausgesetzt für denjenigen, der über den Verbleib beider gesuchten Räuber verlässliche Auskunft geben könne. Anzunehmen ist, dass von den Pfarrern gerade das Zuhausebleiben von Familienmitgliedern während der Gottesdienste von der Kirche wohl nicht gerne gesehen wurde. Jedoch wurde die Vermeidung räuberischer Überfälle höher bewertet.   

    Erhalten ist auch ein Schreiben des Kötztinger Landrichters Carl von Paur vom 3. Juni 1853 mit dem Titel: Dem flüchtigen Heigl für Störung der öffentlichen Sicherheit betreffend; Demnach würden erfahrungsgemäß die Sommermonate Juni, Juli und August und September „von Michl Heigl, seinen Genossen und anderem Diebsgesindel zur Ausführung von Diebstählen und Raubverbrechen benutzt“. Gerade ein Diebstahl von 150 Gulden in Geld und Geldeswert in der Nacht des 1. Juni beweise dies. Insbesondere wurden im Juni 1847 von Heigl und seinen Genossen „7-8 Raubverbrechen“ verübt. Der Landrichter weist darauf hin, dass mehrere dieser Taten „an Sonntagen während der vormittägigen Gottesdienste verübt, wo nur Weibspersonen zu Haus gelassen wurden“, wie dies der Raub in Simmerleinöd am Kaitersberg beweise.

    Landrichter von Paur appellierte an die Bevölkerung von Eschlkam dringlichst, „nächtlicher Weile die Hausthüren sorgfältig zu schließen und sich gegen einen allenfallsigen Überfall zu rüsten“. Ferner werden die Tag- und Nachtwachen „strengstens eingeschärft und die vielfach in dieser Beziehung erlassenen Verordnungen ernstens wieder ins Gedächtnis aller Gemeindemitglieder zurückgerufen“. Die Gendarmerie, das Gerichtsdienerpersonal und die Gemeindediener wurden auch in Eschlkam beauftragt, die Einhaltung dieser Verordnungen strengstens zu überwachen. Diese amtliche Bekanntmachung wurde am 15. Juni in Eschlkam sämtlichen „Gemeindegliedern vorgelesen“, was diese am Protokoll durch ihre eigenhändige Unterschrift bezeugten. Was der Landrichter noch nicht wusste, wenige Tage später, am 18. Juni wurde Heigl mit seiner Gefährtin nahe seiner Höhle am Kaitersberg gefasst und für immer in Gewahrsam genommen.

    Ebenso wenige Tage vor der Festnahme von Michael Heigl wurde am 11. Juni 1853 eine Verordnung über den verbotenen „Hausierbrodhandel“ erlassen, denn man hatte festgestellt, dass der „flüchtige Verbrecher Michl Heigl von sogenannten Brodhändlerinnen Unterstützung erhielt“. Deshalb wurde „allen jenen unansässigen, obrigkeitlich mit einer Licenz zum Brodhandel nicht versehenen Personen ohne Ausnahme der Brodhandel“ verboten“. Dass diese „Hausiergeschäfte“ blühten beweist die Tatsache, dass „ganze Dorfschaften ohne Bäcker“ seien, so die amtliche Feststellung, und deshalb ihr Brot „von auswärts kommen lassen“ mussten.  Auch war damals die Lage die, dass im Hohenbogen-Winkel viele Bewohner in den Einöden und die Häuselleute im Gegensatz zu den Bauern mangels der nötiger Grundmittel und auch geeigneter Backöfen nicht in der Lage waren ihr eigenes Brot zu backen.

    In Eschlkam lebt bei manch älteren Mitbürgern noch die Überlieferung fort, dass Heigl bei einer Verfolgung durch die Gendarmerie in der Heuhofer Mühle sich unter dem drehenden Mühlrad verstecken und sich so vor dem Zugriff bewahren konnte.

    Werner Perlinger       

  • Die Übergabe des späteren Gasthofs Penzkofer

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    Die Übergabe eines großen Gutes in wirtschaftlich schwieriger Zeit

    Handelte der letzte Beitrag von der Übergabe der sog. Penzenmühle am Ortseingang von Eschlkam, so sei – fortsetzend unsere Reihe über interessante Inhalte im Marktarchiv von Eschlkam – nun ein Besitzerwechsel des Gasthofes Penzkofer dargelegt, den vor über 250 Jahren die Familie Schmirl innehatte. Diese geräumige Hofanlage ist der im Markt topografisch höchstgelegene der sog. „Hoamater-Höfe“, die sich entlang der Straße nach Neukirchen b. Hl. Blut am Berg aneinanderreihen.

    Im 13./14. Jahrhundert waren es nach Aussage des herzoglichen Urbars (Steuerbuch) im Markt Eschlkam zunächst zwei Altsiedel- oder Urhöfe, sog. Fron- oder Herrenhöfe auf Herzogs- und Königsgut. Die Silbe „vron“ oder „fron“ bedeutet in mittelhochdeutscher Sprache dem Herrn zugehörig. Sie waren dann ein Teil des „Aigen ze Eschenkambe“ in der markgräflichen Epoche und kamen schließlich nach dem Jahr 1204 in wittelsbachisch-herzoglichen Besitz.

    Diese ursprünglich zwei Höfe dürfen im Markt derzeit mit vier Anwesen in Verbindung gebracht werden:
    Gemeint sind damit die Anwesen Gasthaus zur Post (beim Obermeier-Xaver Penzkofer), Josef Pfeffer (Hoamater), Xaver Späth (beim Späth`n) und der „Brücklbäck“ (früher Elektro-Seiderer- jetzt Ernst und Stefan Fenzl). Die ersten drei liegen an der Straße nach Neukirchen in einer Reihe am Berg, der vierte leicht abseits an der den Markt durchquerenden Straße nach Neumark/Vseruby, das heutige Anwesen Fenzl. Diese vier Anwesen sind aufgrund besonderer Gegebenheiten aus den beiden in den Steuerbüchern des 14. Jahrhunderts genannten Altsiedelhöfen gewachsen. Die beiden Fronhöfe waren siedlungsgeschichtlich von Anfang an da. Daher rührt auch der sinngebende Hausname „Haimater“ oder „Hoamater“, dem die Begriffe „Heim“ bzw. „Heimat“ zugrunde liegen. Diese Güter besaßen auch die besten Grundstücke im landwirtschaftlichen Umgriff des Marktes.

    Im 18. Jahrhundert gehörte der damalige Gasthof mit ausreichender Ökonomie der Familie Schmirl. Nun stand im Jahr 1747 ein Besitzerwechsel an. Nach dem Ableben von Franz Paul Schmirl, „geweßter resignirter Burgermaister und Gastgeber“, stellten am 6. Februar der Bürgermeister und seine Markträte für den noch ledigen Sohn Franz Anton Schmirl einen sog. Ankunftsbrief (Urkunde über Besitzeinweisung, bzw. Besitztitel) für die Übernahme des Anwesens aus. Der Hof mit allen dazugehörenden Gründen wurde dabei auf 7742 Gulden geschätzt, ein damals in unserer Gegend sehr hoher Betrag. Auslöser für diese Maßnahme war ein am 27. Januar erlassener Befehl der kurfürstlichen Regierung in Straubing „zur Vermeydtung der vor Augen gestandtenen Gandt Formierung“, zugleich aber auch dafür, dass die Gläubiger ihre Ansprüche nicht verlören.
    Das gesamte Erbgut wurde von verpflichteten „Schätzleiten“ begutachtet. Es waren dies die zwei „Haimbetern“ (Hoamater) Hans Preu und Hans Georg Schreiner (beide Nachbarn), ferner der Lederer Hans Paumbgartner und der Müller Josef Müller.
    Ausgehend von einer Schätzsumme von 7742 Gulden musste der junge Schmirl allein an den Grafen Alexander von Lerchenfeldt auf Gebelkoven, den Hauptgläubiger der Familie, an „heyrige Ostern“ 1000 Gulden bar erlegen und im Folgejahr 1508 Gulden. (Die Herren von Lerchenfeld gehören zum altbayerischen Uradel. Wir treffen sie immer wieder als Inhaber hoher Ämter in den einzelnen bayerischen Regierungen. Zweige der Familie bestehen bis heute). Wieso Schmirl gegenüber dem Grafen so hohe Schulden hatte ist vorerst näher nicht erläutert. Die Gläubiger mit „klaineren Schuldtposten“ seien mit Grundstücken zu „contentiren“ (befriedigen). Letztliche Schulden mussten hypothekarisch abgesichert werden.
    Es war für den jungen Schmirl, der 1752 Anna Maria Mauser heiratete, eine über längere Zeit hin schwere Bürde, die er aber im Laufe der nächsten Jahre zu meistern hatte.

    In einem Vertrag vom 1. Juli 1747 wird betont, dass die Familie Schmirl in den „jüngst verflossenen Kriegszeiten durch die viele zu prostieren gehabte Anlag (Kriegsanleihen) und Quartirs in eine solchen Schuldenlast verfallen“ sei. Gemeint sind die enormen Belastungen, die der Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1742) infolge Einquartierungen und sonstiger Kriegsleistungen für die besitzenden Bürger im Hohenbogen-Winkel mit sich brachte. Die Kosten für die Einquartierung und Verpflegung von Soldaten wurden vom Staat meist nicht mehr ersetzt. In diesem gleichen Vertrag verpflichtete sich der Gutsübernehmer auch für seine drei Geschwister insgesamt 1050 Gulden auszuzahlen, verständlicherweise aber in kleinen Raten. Genannt werden der Bruder Johann Nepomuk, bedienstet beim Salzamt in Straubing, ferner seine Schwester Anna Catharina Späth, Frau des Wirts Veith Späth von Großaign (Wirtshans) und Theresia, Frau des Franz Bittig. Dieser war vorher Corporal bei den Graf Fuggerischen Dragonern. Laut Inhalt des Briefprotokolls vom gleichen Jahr war der junge Schmirl gezwungen, etliche Grundstücke zwangsweise zu verkaufen um sein Gut nicht zu verlieren. In den Besitz dieses Anwesens war der Vater Franz Paul Schmirl am 7. Juli 1715 durch Einheirat in die Familie Altmann gekommen. Diese Familie war lange im Besitz dieser Hofanlage.

    Werner Perlinger    

        

  • Die erneute Übergabe des „Schmirl“-Anwesens in Eschlkam

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    Als „Austrägler“ mit der Kutsche gerne unterwegs

    Berichteten wir im letzten Beitrag über den Besitzerwechsel des derzeitigen Gasthofes „zur Post“ im Jahr 1747, so stand gut 25 Jahre später erneut die „Übergab“ der gleichen „burgerlichen Gastgeber Behausung“ der Familie Schmirl an, seit 1955 im Besitz der Familie Penzkofer.

    Aus dem Übergabevertrag lesen wir:
    So übergeben „der Edl Veste und Wohlweise Herr Frantz Antoni Schmirl Burgermaister alhir zu Eschlkam“ und seine Frau Anna Maria am 10. Mai 1776 unter Beistandsleistung von Michael Grauvogl, „burgerlichen Baadern“, ihre am 6. Februar 1747 durch „obrigkeitlichen Ankonfts Titl an sye (sich) gebrachte … burgerliche Gastgebs Behausung“ ihrer „geliebten eheleiblichen Jungfrauen Tochter Maria Anna, noch ledig“. Genannt wird auch deren künftiger Ehemann Josef Weber, Sohn des Wolfgang Weber, „gewesten Bauern am Sternberg (der nach 1946 abgegangene große Sternhof bei Rothenbaum), Cameral Unterthan in Böhmen“ (steuerlich zur böhmischen Hofkammer in Prag gehörig).

    Weiter sind in der Niederschrift des Briefprotokolls aufgeführt die Stallung, Stadel, Wurz- und Grasgarten, Felder und Wiesengründe; ferner 4 Zugpferde, 24 Stück Rindvieh – „außer es ergebete sich eine sonderheitliche Vieh Seuche, welches Gott gnädlich verhindern wolle“. Zur Übergabe zählten noch zwei „Schweins Mütter“ (Muttersauen), 2 Dutzend zinnerne Teller, 1 Dutzend gleiche Schüsseln, „3 Gastbetter“ (für die Übernachtung von Reisenden) samt übrigen „Haus- und Paumanns Vahrnuß“ (häusliches Mobiliar und landwirtschaftliche Gerätschaften).

    Erinnern wir uns unter welchen finanziellen Schwierigkeiten Franz Anton Schmirl den Besitz seiner Eltern im Jahr 1747 übernehmen musste, so kann bei jetziger Übergabe festgestellt werden, dass Schmirl in den knapp 30 Jahren überaus gut gewirtschaftet hatte. Der Wert der gesamten Immobilie mit Zubehör wurde nun auf stolze 8000 Gulden geschätzt. „Siglzeugen“ dieses Vertrages waren die Bürger des Marktes Thomas Stauber, Uhrmacher und Stefan Hastreiter, Schmied von Eschlkam.

    Am gleichen Tag, dem 10. Mai, wurde für das Ehepaar Schmirl auch ein „Ausnahms Brief hierauf“ ausgefertigt. Darin versprach das junge Ehepaar den Schwiegereltern „ad dies vitae“ (zeitlebens) nachfolgenden Austrag: 

    1. Den Bau einer „Ausnahmswohnung“ (entweder musste für die übergebenden Eltern im vorhandenen Hauskomplex als Altenteil eine Wohnung neu eingerichtet oder gar ein eigenes Ausnahmshaus erworben oder gebaut werden).
    2. An Getreide 4 Ell (1 Ell oder „oel“ entsprach als Getreidemaß ½ Scheffel=111 Liter oder ca. 1,5 Zentner) Weizen, 10 Ell Korn, 2 Ell Gerste, 6 Ell „Habern“ und 2 Viertl (= 1 Metzen=ca. 35 Liter) „Arbes“ (Erbsen)
    3. Jährlich 36 Köpf (1Köpf=3/4 Liter) Schmalz, an Milch vom 1. Mai an bis Jakobi täglich 2 „Maaß“ und von Jakobi bis wiederum 1. Mai täglich 1 Maß, und zwar vom „Stahl aus“ (frisch gemolken); ferner an Kraut 5 Schock (1 Schock=60 Stück) „Hauel“ (wohl Häupel); von beiden Gattungen Rüben 2 Ell, also 4; dann 4 Ell „Erdapfl“, 12 „Bischl Spän“ (Kienspäne für die Beleuchtung) und 15 Klafter Holz gratis und letztlich täglich 2 Maß „Pier“.
    4. Auch müssen die Übernehmer 3 Mutterschafe samt deren Lämmer mit den ihrigen füttern und auf die „Waid“ (Weideplatz) ein- und ausgehen lassen.
    5. Ferner dürfen die Übergebenden im „Wurzgarten“ den dritten Teil der Beete nützen. Auch erhalten sie vom Baumgarten den dritten Teil des geernteten Obstes. Gewährt wurde auch der freie Zutritt zum Brunnen (und die Nutzung des) Back = der „Köstloffen“ (Backofen, versehen zusätzlich mit einem seitlich eingebauten eisernen „Höllhafen“ zum Kochen von Kartoffeln). Zur Verfügung musste auch ein Krautbottich gestellt werden, ebenso ein Platz im Keller für die Rüben und Kartoffel; ebenso genügend Platz für die „aufhängung der Wesch“ und im „Hühner Stübl“ für die „hinterbringung des Gfliehs“ (Geflügel).
    6. Wollten die Austrägler eine Reise unternehmen, waren „ein Pferd und der Gutscher ohnentgeltlich“ zur Verfügung zu stellen.

    Endbetrachtend kann gesagt werden, dass bereits damals der Kartoffelanbau im Hohenbogen-Winkel eingeführt war. Gerade dieser Umstand trug dazu bei, arge Hungersnöte wie beispielsweise in den Jahren 1771/72, ausgelöst durch klimabedingte Missernten bei Getreide, künftig auszuschalten. Nicht allein der mit 8000 Gulden hoch veranschlagte Wert des zu übergebenden Anwesens zeigt im damaligen Markt Eschlkam die ökonomisch gehobene Stellung der Familie Schmirl, vielmehr auch der Umstand, dass das Austragsehepaar – in dieser Zeit für den bäuerlichen Stand gewiss selten – gerne  „ausfuhr“ und hierfür die besitznachfolgende  Tochter stets eine Kutsche mit Pferd zur Verfügung stellen musste.

    Werner Perlinger    

        

  • Als einst in Eschlkam Recht gesprochen wurde

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    Aus den Rats- und Verhörsprotokollen von 1685 und 1687

    Im Archiv des Marktes Eschlkam finden sich unter den älteren Vorgängen neben den Kammerrechnungen auch Rats- und Verhörsprotokolle. Es ist ein reichhaltiger Fundus, der uns teils sehr anschaulich das Leben der Bürger im Markt vor über 300 Jahren vor Augen führt.

    Das älteste Protokoll des Marktes, in dem die Thematik und der Verlauf von Ratssitzungen verzeichnet sind, stellt sich dem Leser als ein dicker in Schweinsleder gebundener Foliant vor, der die Niederschriften mehrerer Jahre beinhaltet. Das erste Protokoll über eine Ratssitzung datiert vom 25. Juni 1683. Die innere Titelseite trägt den Hinweis: Deß Churfürstlichen Marckts Eschlchmab angefangen den 25. Juni anno 1683. Die Eintragungen enden mit der Ratssitzung vom 12. Dezember 1695.

    Aus diesem Fundus mit insgesamt 381 Doppelseiten seien an dieser Stelle einige Inhalte vorgestellt, um so in das Leben der Marktbürger und die Alltagsprobleme vor über 300 Jahren einen Einblick zu erhalten. Wir wollen zunächst einige Vorgänge aus dem Jahr 1685 vorstellen. In der neuen Ortsgeschichte vom Jahr 2010 war das Jahr 1686 gewählt worden.

    Der Sitzung vom 5. Juli 1685 standen vor der „Ambts Burger Maister“ Wolf(gang) Stephl, Wolf Sighart Altmann und Andre Hastreiter des Inneren Rats; dann Valentin Haidlfinger, Hans Fleischmann, Wolf Späth, der Jüngere und Peter Oswaldt als Mitglieder des Äußeren Rats. 

    Ein Thema unter vielen war die „Abstrafffung mit dem Stockh im Markhthaus“. Demnach hatte Stephan Mauser, „Baader Jung“ (Lehrling), gegenüber dem Wundarzt von Viechtach, Joachim Jung „unzimbliche Röden (Beleidigungen) ausgesprengt“. Dafür wurde er zur Strafe zu 12 Stunden in den Stock „condemnirt“ (bestraft). Demnach wurde der Sträfling meist von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr abends in den Stock gespannt. Der Stock war entweder im Rathause selbst oder öffentlich davor auf Marktgrund aufgestellt. Jeder, der vorbeikam, konnte so den mit Füßen und Händen jeweils zwischen zwei Balkenriegeln eingespannten Delinquenten hänseln und verspotten.

     

    Bildtext: Diese Stockstrafe, wo ein oder gleichzeitig mehrere Delinquenten öffentlich in den „Stock“ gespannt waren, wurde in allen Kommunen, die über die >Niedere Gerichtsbarkeit< verfügten, in der Regel bei Ahndung von Beleidigungen und Raufhändeln angewendet. Vor den Verurteilten steht das Gericht mit dem Richter, der eben das Urteil verkündet und begründet. Als Symbol für Gerechtigkeit, aber auch als Zeichen für den Eintritt der Rechtskraft hält er ein großes Schwert in seiner rechten Hand.

     

     

     

     

     

    (Bildnachweis: Gefangene im Stock, aus Tenglers Laienspiegel, 15. Jahrhundert)

     

     

     

    Ein neuer Kelch für den Gottesdienst

    Auf Bitten des Pfarrers beschloss der Marktrat für das „St. Jakobi Gottshaus weillen solches zur Ehr Gottes geraicht“, für 30 bis 36 Gulden einen silbernen Kelch anfertigen zu lassen, der dann vergoldet wurde. Da im Dreißigjährigen Krieg, vor allem im Jahr 1634, Eschlkam von den Schweden gar arg heimgesucht worden war, konnte nun 50 Jahre später erst diese Investition für die Kirche getätigt werden.  

    Im gleichen Jahr erhielt Hans Zilkher, Schuster und Inwohner, die Erlaubnis auf einer vorhandenen „Prantstatt“ (Brandstätte wohl noch vom Schwedenkrieg her) eine bürgerliche Behausung zu erbauen. Die endgültige Genehmigung zog sich jedoch noch eine gewisse Zeit hin.

    Rüge für Lehrer Wilhelm Hager

    Dem Lehrer wird vorgeworfen, er verrichte seinen Schuldienst sehr nachlässig, so dass die Jugend „mit Lesen und Schreiben schlechtlich, mit dem Rechnen gar nit unterwissen worden“. Abhilfe wurde gefordert. In den Jahren 1670 und 1681 ist in Furth als „Schulmaister und Organist“ ein Ignatius Hager nachweisbar. Beide werden wohl zueinander verwandt gewesen sein, vielleicht waren sie sogar Brüder.

    Zwei Jahre später, in der Sitzung vom 13. Januar 1687 fordern die Kufner Wolf Korherr und Georg Harpfinger in ihrer Eigenschaft als Viertelmeister, dass Andre Hastreiter als Bürgermeister sein „Schuehmacher Handtwerch würklich“ aufgebe. Widrigenfalls wolle die gesamte Bürgerschaft es dem Bürgermeister und den Markträten überlassen, ob sie Hastreiter ohne Verrichtung des Bürgermeisteramtes noch im sog. Innern Rat (die Geschworenen) belassen wollen. Hastreiter bittet, sein Handwerk erst in einem Vierteljahr aufgeben zu dürfen. Daher ersuchte er den bisherigen Bürgermeister Wolf Sighart Altmann (Besitzer eines Hoametrhofes-heute Penzkofer) bis dahin das Amt zu versehen.

    Der „Schüzenmaister“ (der Name ist nicht genannt; Ausbilder für die Mitglieder der Grenzfahne am Ort) fordert, dass die Bürger Hans Hastreiter, Schuhmacher; Peter Lährnbecher, Weißbäcker; Wolf Zilkher, Schneider und Peter Thirankh, Weißbäcker obrigkeitlich angehalten werden, an den Schießübungen teilzunehmen. Es war damals hinreichend bekannt, dass die Bürger gerne oft die Exerzierstunden versäumten. Georg Vaist bittet, dass ihm zu seinem „Hauswurzgarten“ (Gemüsegarten) „noch ain Örtl (kleine Fläche) auf Gemainen Markhts Grundt“ gegeben werde. Nach vorgenommen Augenschein durch die Markträte wurde seine Bitte genehmigt.

    Wiederaufnahme des „Preumaisters“

    Hainrich Spätt, Bürger und Prauner Preumaister (im Kommunebrauhaus), bittet den Marktrat ihm künftig den „Preudienst widerumben zuüberlassen“. Die Bürgerschaft selbst hatte aber vorbringen lassen, dass sie aufgrund zahlreich eingegangener Beschwerden mit ihm „gar übel zufriden seint“. Nach längerer Aussprache dazu wurde er dann (wohl mangels geeigneten Ersatzes) doch wieder mit der Bierherstellung im Kommunebrauhaus beauftragt.

    Am 27. August 1687 wurde der Inwohner Hans Vogl sechs Stunden im „Markhthaus condemniert“ (eingesperrt - Gefängnisraum im Rathaus), da „er sich fräventlich understandten“ ein Mutterschwein unter die „Herdt zetreiben“; auch hat er ein Schwein im Markt herumlaufen lassen. Außerdem wird ihm klar erklärt, dass er als Inwohner (nur Mieter – kein Hausbesitzer) kein Schwein austreiben dürfe.

    Den „Würthen und Pierzäpflern“ (Inhaber der Taferngerechtsame) wird bei einer Strafe von 2 Reichstalern verboten, die Gäste noch nach 9 Uhr nachts – „er möge sein wehr er wolle“ – „zächen“ zu lassen. Ausgenommen wurden nur „Landtraisstige“ (durchreisende Personen).

     

    Am 12. Dezember 1687 klagt der Inwohner Wolf(gang) Vogl den Bürger und Hufschmied Georg Altmann an, dieser habe sein „Söhnl auf dem veldt ohne gegebne Ursach mit ainen Stekhen dergestalten tractiert, das der Bueb als principal (nahezu gänzlich) ganz verschwollen gewesen“. Nach längerer Beweisaufnahme wurde Altmann, da er dem Buben „ainen Straich über den Kopf zuegefüget“ und es ihm nicht gebührt „selbst aigener Richter zu sein“ von 12 bis 4 Uhr im Rathaus eingesperrt.

    Das sind nur einige Fälle, mit denen sich der Marktrat als Gerichtsbehörde zu befassen und dann abzuurteilen hatte.

     

    Werner Perlinger    

     

     

  • Ein Großbrand in Eschlkam im Jahr 1852

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    In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1852 suchte den Markt ein Großbrand heim. Betroffen davon waren die Anwesen des Joseph Neumaier (Gasthof Penzkofer) und des Georg Leitermann (Miethaner). Durch das Feuer vernichtet wurden dabei nicht nur einzelne Wirtschaftsgebäude; vielmehr waren auch die Wohngebäude sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, wie es einzelne Akteninhalte uns offenbaren.

    Gerade wegen damals neuerer baulicher Auflagen der Regierung und den damit verbundenen weit höher als vorgesehen entstehenden Kosten gestaltete sich der Wiederaufbau für Neumaier mehr als schwierig. Dazu kam, dass der Schadensersatz von der Landesversicherungsanstalt mangels Vertragsinhalte mit dem Brandleider nicht in dem Maße geleistet werden konnte wie es wegen der von der Genehmigungsbehörde angeordneten Auflagen zunächst nötig gewesen wäre. Daher stellte der Gastwirt Joseph Neumaier als Brandleider am 12. Juli 1852 im völligen Einvernehmen mit der Marktbehörde an die Königliche Regierung von Niederbayern, hier an die Kammer des Innern, ein „Baudispensationsgesuch“ (Befreiung von Bauvorschriften). Auf 19 eng beschriebenen Seiten, verfasst in Anwesenheit des Bürgermeisters Moreth vom damaligen Marktschreiber Joseph Anton Beutlhauser, lässt Neumaier, der gegen die baurechtliche Vorgaben „Berufung“ eingelegt hatte, seine durch den Brand schlimme wirtschaftliche Lage erklären, um so von einzelnen Bauauflagen befreit zu werden. Inhaltlich erfahren wir so, dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts das Wohnhaus und die Stallung gemauert, das Wohnhaus mit Schneidschindeln gedeckt, der Stall mit Legschindeln und der Stadel „durchaus von Holz erbaut und mit einer Dachung von Legschindel versehen“ waren.

    Dazu: die älteste Schindelform ist die Legschindel. Sie wurde einfach auf die Lattung gelegt und zur Befestigung mit Stangen und Steinen beschwert. Eine Spalt- oder Schneidschindel wird hergestellt, indem eine Rohschindel von einem geraden, feinwüchsigen und astfreien Holzblock mittels Schindelmesser und Schlägel abgespalten und mit dem (Reif)messer auf der „Heinzelbank“ nachbearbeitet wird.

    Neumaier wollte dann den Stadel „von Stein erbauen“ und den Viehstall mit Legschindeln wieder eindecken. Das Wohngebäude versprach er „mandatsmäßig herzustellen“(entsprechend den amtlichen Vorgaben). Seine Berufung gründete er auf seine nunmehrige ökonomische „Unvermögenheit zur besseren Bauausführung“ und vor allem auf den Umstand, dass „in hiesiger Gegend großer Mangel an Ziegelmaterial ist“. Dennoch sollte er die Dächer sämtlicher Wirtschaftsgebäude gleich dem Wohnhause mit Ziegeln eindecken, da er auch im Besitze eines Ziegelofens sei. Zunächst listet er seine Vermögensverhältnisse auf. So sei sein Anwesen 13.000 f (Gulden) und das in Schwarzenberg 10.000 f wert. Dagegen stünden Hypothekenschulden in Höhe von 14.000 f und die Currentschulden (laufende Schulden) betragen 3.000 f. Dagegen waren seine Immobilien aber nur mit 800 f versichert, „weil das uralte Gemäuer des Gasthauses größtentheils nur mit Lehm und Bruchsteinen aufgeführt war“. Gar nicht versichert waren bei der Landesversicherungsanstalt seine „Mobiliarschaft“. So betrachtet war Neumaier insgesamt gesehen enorm unterversichert.

    Möbel mussten neu angeschafft werden, ebenso die Einrichtung seiner Gästezimmer. Auch gingen die Kleider und die Wäsche gänzlich verloren, „bis auf das einzige Hemd, welches ich (während des Brandes) am Leibe trug“. Neumeier erklärt auch, dass seine große Ökonomie – dazu gehört auch die Einöde Kuchelhof, von wo er im Jahr 1839 nach Eschlkam zog und sich dort einkaufte - auf Grund des rauhen Klimas bei weitem nicht die Erträge bringe, um damit auch nur einigermaßen die kommenden Kosten des Wiederaufbaus zu tragen. Völlig ungeeignet für die Herstellung der nötigen Dachtaschen sei auch der von seiner Kapazität her erwähnte Ziegelofen: Straubing sei für den Bezug von Dachziegeln zu weit (18 Stunden Transportzeit). Von der Stadt Taus habe er wohl für das Wohnhaus mehrere tausend Dachtaschen erhalten. Aber wegen des kürzlichen Großbrandes in Neumarkt (Vseruby) – 34 Häuser gingen dabei zugrunde – könne Taus nicht mehr nach Bayern liefern. Ebenso spricht Neumaier den Mangel an geeigneten Kalk an. Vier Maurer habe er für den Wiederaufbau des Wohnhauses beschäftigt, aber mangels Kalk sei er gezwungen, den Weiterbau einzustellen, da er aus Kötzting und von den Helmhöfen (bei Rittsteig) wegen der allgemeinen großen Nachfrage keinen Kalk mehr bekäme. Allein zur Bedachung seiner Ökonomiegebäude würde er 80.000 Stück Ziegelplatten brauchen, was ihm allein 1240 f kosten würde. Müsste er streng nach den vorgegebenen amtlichen Richtlinien die niedergebrannten Gebäude wieder herstellen, „wäre es mir nicht möglich, dieses große Opfer zu bringen: ich wäre gezwungen, Haus und Hof und alles zu verlassen und dann als Bettler abziehen“, so Neumaier abschließend.

    Uneingeschränkt unterstützt von der Marktführung erhielt er am 22. August 1852 schließlich die gewünschte, teilweise „Baudispensation“. Er durfte seine Ökonomiegebäude, bestehend „in Stadel, Stallung und Schupfe“ im Gegensatz zum Wohn- und Gasthaus aufgrund seiner durch den Großbrand verursachten angespannten finanziellen Lage nun doch mit „Legschindeln decken, daß jedoch der Stadel und Stall mit Feuermauern und die Schupfe mit einer Giebelmauer versehen werden“.

    Stark mitgenommen vom Brande war auch sein Nachbar Georg Leitermann. Das Wohnhaus war nur im Erdgeschoß gemauert. Den ersten Stock bildete ein herkömmlicher Blockbau aus Holz. Für seine Wirtschaftsgebäude – der Stadel war gezimmert und mit Schneidschindeln gedeckt - musste er wegen der jeweils nahe angrenzenden Nachbarsgebäude verschiedentlich sog. Brandmauern hochziehen.

    Mit den heute üblichen, damals jedoch als sehr streng erachteten neuen Vorschriften, vor allem für die Eindeckung der Dächer, wollte die Landesregierung aufgrund der vielerorts anzutreffenden Holzbauweise immer wiederkehrende Großbrände ein für alle Mal verhindern. Bestes Beispiel dafür wie verhängnisvoll geschindelte Dächer sein können, bietet die Stadt Furth: Am 29. Juni 1863 brannte die ganze Osthälfte der Stadt nieder. Nur zwei Gebäude blieben verschont, da sie bereits eine Ziegeldachung hatten. Es waren dies das 1862 erbaute Amtsgericht und das Bürgerhaus Mondscheinstraße 1.

     

    Werner Perlinger    

     

     

  • Der Handelsmann Karl Müller - sein Schicksal in Eschlkam und in Furth im Wald

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    „Polizeiliche Untersuchung gegen die Schreinerstochter Anna Maria Kaufmann von Eschlkam wegen öffentlicher Beschimpfung des Handelsmannes Karl Müller“, so lautet der Titel eines Aktes im Gemeindearchiv von Eschlkam, datiert auf das Jahr 1854.

    Was war geschehen: 1839, am 6. April erwarb Karl Müller, amtlich bezeichnet als „ein Mensch von besten Leumunde“ und geboren als Brauersohn 1818 in Egg, Pfarrei Böbrach, Landgericht Viechtach, durch „Gandtkauf“ um 4000 Gulden das Bürger- und Krameranwesen der Johann Pöschl’schen Eheleute (Nr. 25, heute Waldschmidtplatz 8) mit den dazugehörigen landwirtschaftlichen Gründen. Vor der Familie Pöschl war Besitzer Josef Breu. Müller war Neubürger und hatte es in den nächsten Jahren in seiner Eigenschaft wohl nicht leicht als Krämer vor allem aber auch als Mensch mit den Marktbürgern zurecht zu kommen. Er scheint sich Feinde geschaffen zu haben: So habe im Mai des Jahres 1854 die ledige Tischlerstochter Anna Maria Kaufmann im Markte das Gerücht „ausgestreut, daß der Krämer Karl Müller von hier in der Prozeßsache des H. Pfarrers Karl Pittinger gegen Katharina Schmirl wegen greller Beschimpfung, in welcher Müller als Zeuge kürzlich beim kgl. Landgericht Kötzting vernommen worden ist, einen falschen Eid deshalb abgelegt habe, weil er, Müller, in seiner Vernehmung angegeben, daß er den H. Pfarrer Pittinger einmal abends um ½ 10 Uhr auch im Kaufmann’schen Hause dahier gesehen habe.“ Es ging also um zwei für eine Gemeinde, wo jeder jeden kennt, sehr brisante Angelegenheiten die schnell Thema des allgemeinen Tratsches wurden: Einmal um Meineid, dann vielleicht auch um ein „verdächtiges Verhalten“ des damaligen Ortspfarrers Pittinger in einem Privathause.

    Müller saß irgendwie in der Klemme. Er klagte beim Vermittlungsamte des Marktes gegen die Kaufmann wegen „Ehrenbeleidigung“. Ein anberaumter „Vergleich“ (Sühneversuch) im Rathause scheiterte, da die Kaufmann „nicht nur nicht zu einem Widerrufe zu bewegen war, sondern fest behauptete, daß Karl Müller in der oben erwähnten Prozeßsache (des Pfarrers Pittinger gegen Katharina Schmirl) einen falschen Eid abgelegt habe….“ Da dem Müller, seinen Mitbürgern und vor allem dem Magistrat „alles daran gelegen ist, daß der Bürger, Gemeindebevollmächtigte und Kirchenpfleger Karl Müller von der großen Beschuldigung des Meineides offiziell gereinigt werde“, wurde die Angelegenheit an das Landgericht Kötzting weiter geleitet mit der Bitte, eine strafrechtliche Untersuchung „einleiten zu wollen“.

    Die Sache kam ins Rollen. Auf Anfrage des hohen Gerichts meldete der Markt, dass die Kaufmann „auf dem Waschplatze zunächst der Penzkofer Mühle in Gegenwart mehrerer Wäscherinnen am Bach der Magd des Müller, Helene Hornik, ohne eine Veranlassung zugerufen habe, „sage es deinem Dienstherrn, daß er und Herr Pater Capistran (vielleicht aus Neukirchen b. Hl. Blut beigezogen) falsch geschworen haben …“. Auch der Vater der Kaufmann, Schreinermeister Michael Kaufmann, soll im Gastraum des Wirtschaftspächters Kolbeck unter Anwesenden geäußert haben, dass Müller, „der schlechteste Kerl zu Eschlkam ist, weil er falsch geschworen habe“. Das Landgericht forderte am 20. Juli von der Marktführung hinsichtlich der Kaufmanns ein „genaues und umfängliches Leumunds- und Vermögenszeugnis“.

    Der Akt des Marktarchives endet unvermittelt am 3. März 1855 mit der Vorladung des Schreinermeisters Michael Kaufmann und seiner Tochter vor das „Appellationsgericht“ in Kötzting. Wie die Sache für Müller vor dem Landgericht in Kötzting ausgegangen ist, vermittelt uns der Akt nicht.

    Karl Müller verkaufte laut Brief am 29. Januar 1858 sein Anwesen an Joseph Lackerbauer und verließ noch im gleichen Jahr mit seiner Familie Eschlkam und nahm seinen Wohnsitz in der Stadt Furth im Hause Bayplatz 4 (heute Raiffeisenbank), wo er ebenfalls eine Krämerei mit Gasthaus betrieb.

    Aber auch hier konnte sich Müller auf Dauer nicht halten: 1863, am 29. Juni zerstörte ein großer Brand völlig die östliche Hälfte der Stadt vom Gasthof „zum Bay“ hinauf bis zur Bahnbrücke. Wohl aufgrund der vergangenen Vorfälle in Eschlkam und Querelen mit einem seiner Nachbarn wurde er der Legung u.a. auch des großen Stadtbrandes verdächtigt. Der angrenzende Nachbar, der Müller Simon Eberl beschuldigte Müller einen späteren Brand am 27. Oktober 1863 in dessen Anwesen gelegt zu haben. In den Sammlungen des Staatsarchivs Amberg hat sich das Urteil gegen Karl Müller erhalten. Demnach erkannte am 24. Januar 1865 das königliche Bezirksgericht Neunburg vorm Wald in Sachen Karl Müller, Wirt von Furth wegen Brandstiftung zu Recht: „Karl Müller, katholisch, 46 Jahre alt, verheirateter Gastwirt von Furth, ist schuldig des Vergehens einer (einmaligen) strafbaren Bedrohung (die Anklage beinhaltete zunächst drei Vergehen gefährlicher Bedrohung  durch Auslegung von drei Branddrohbriefen), verübt an den Bewohnern der Stadt Furth und wird mit Gefängnis von einem Jahre und sechs Monaten bestraft.“ Ein Motiv für die Abfassung eines Brandbriefes war, dass Müller wegen ständiger Auseinandersetzungen mit seinem Nachbarn, dem Müller Eberl, Angst schüren und sich auf diese Weise rächen wollte. Vom Vorwurf der vorsätzlichen Brandstiftung, vor allem der Legung des Stadtbrandes im Jahr 1863 und anderer folgender Brände, das sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, wurde Karl Müller freigesprochen. Müller verstarb am 16. Juli 1878 in der Grenzstadt in Anwesen Stadtplatz 3.

     

    Werner Perlinger    

     

     

  • Als der Zollbeamte Adalbert Schmidt von Eschlkam sich auf Freiersfüßen befand

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    Dem Vater von „Waldschmidt“ wurde die Heiratserlaubnis zunächst nicht gewährt.

    Es ist kaum zu glauben, dass der Zollbeamte in gehobenen Dienst, Adalbert Schmidt, in Eschlkam, seinem Dienst- und Wohnort, vom Marktrat – das sind die jeweils im Amte seienden Gemeindebevollmächtigen – erhebliche Probleme bereitet wurden, regulär eine Ehe eingehen zu können.

    Wir schreiben das Jahr 1828: Am 19. Oktober wendet sich der königliche Zollbeamte Schmidt an den Magistrat mit dem Hinweis, er habe am 29. August  um die „Verehelichung Licenz“ mit der hiesigen Bäckerstochter Katharina Kilger (damals Haus Nr. 58 – nun Blumengasse 2) nachgesucht, was am 1. August auch bewilligt worden war. „Nachdem es aber der Katharina Kilger gefallen hat“, so Schmidt, „diese eingeleitete und sehr mit gediehenen Heuraths-Angelegenheit gänzlich zu annullieren, so ist der Unterzeichnete hierdurch veranlasst den hochlöblichen Magistrat um gefälligen Aufschluss zu bitten, ob die ihm  mit der obgenannten Katharina Kilger ertheilten Heurats Licenz auch dan(n) geltend gemacht werden könne, wenn der Unterzeichnete ein anderes nicht aus Eschlkam gebürtiges Frauenzimmer zu ehelichen Absicht hätte, oder ob für einen solchen Fall eine besondere Licenz erforderlich wäre. Einer bald gefälligen Rückäußerung sieht entgegen, der mit aller Hochachtung bestehende  K(önigliche) Zollbeamte Schmidt.“

    In der Biographie des berühmten Sohnes von Schmidt, dem Schriftsteller Maximilian Schmidt, wird der Vater Adalbert als Zollinspektor geführt. Er war also in führender Position am damaligen Zollamte in Eschlkam beschäftigt.

    Der Marktrat reagierte auf das Ersuchen des ortsansässigen Zollbeamten erstaunlicher Weise nicht. Schmidt wandte sich deshalb am 13. Januar 1829 erneut an den Magistrat zunächst mit dem Hinweis, zwölf Wochen seien bereits verstrichen, „ohne daß ich über meine Anfrage ein Resultat erhielt“. Er bat erneut um Antwort und ergänzte, „daß mein gegenwärtiger Heuraths Gegenstand Fräulein Caroline Karg (sei) die Tochter eines verstorbenen Fürst Kemptischen Hofraths und bayerischen Kasten(Steuer) Beamten gleichen Namens ist (Johann Jakob von Karg, Hof- und Kabinettsrat).“ Schmidt führt noch an, dass die Braut nicht ohne Vermögen sei und „ein gebildetes Frauenzimmer mit dem besten Leumuth (Leunmund) versehen“ sei.

    Schmidt bittet die anfänglich schon erklärte Heiratsbewilligung auch für „meine gegenwärtige Braut gültig zu erklären“, u.a. auch deswegen weil „Staatsbedienstete einer Gemeinde nie zur Last fallen, daher der Magistrat in dieser Beziehung nichts zu befürchten hat, und die Ertheilung der Heuraths Licenz für k(önigliche) Beamte blos als eine gesetzliche Formalität zu betrachten ist.“

    Sollte der Magistrat einen Entschluss fassen, so Schmidt weiter, bittet er bei einer abschlägigen Antwort um deren Begründung. Auch mahnt der Zollbeamte dass Heiratsanfragen „nach allerhöchster Bestimmung längstens binnen 6 Wochen erledigt werden müßen, und ich gegen diese höchste Anordnung schon 12 Wochen von dem löblichen Magistrat in meiner Sache hingehalten wurde, die schon längst im Reinen sein könnte.“

    Erst am 4. Februar, drei Wochen später, antwortete der Magistrat des Königlich baierischen Marktes Eschlkam mit dem Hinweis, „daß, nachdem die Gemeindebevollmächtigen hirzu nicht gut gesagt (zugestimmt) haben, (der) Bittsteller mit seinem Gesuche abgewiesen sey.“ Eine Begründung dafür lieferte die Marktbehörde nicht. Und damit endet der Akt.

    Man stelle sich die Situation in Eschlkam vor: Einmal die aus welchen Gründen auch immer nicht zustande gekommene Ehe mit einer ortsansässigen Bürgerstochter. Der Beamte Schmidt, der in Zollangelegenheiten oft mit der Marktbehörde zu tun hatte und dazu die Bewohnerschaft, die wohl gerne mehr Hintergründiges in einer solchen Angelegenheit erfahren hätte. Die Gerüchteküche war wohl am Brodeln. Dennoch nahm die Angelegenheit ein offenbar gutes Ende. Der Zollinspektor Adalbert Schmidt heiratete Caroline Karg, aber, so die Auskunft der Ehematrikel, nicht in Eschlkam. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, erblickte drei Jahre später am 25. Februar 1832 Maximlian Schmidt, der spätere gefeierte Literat, genannt „Waldschmidt“, das Licht der Welt.

     

    Werner Perlinger